Effizienz im Lufttransport verbessern

Deutsche Post DHL Group ist einer der weltweit führenden Anbieter für internationale Expressdienstleistungen. Mit unserer Flotte von mehr als 250 dedizierten FlugzeugenBei dedizierten Flugzeugen beansprucht Deutsche Post DHL Group 100 Prozent des Laderaums und entscheidet selbst über den Flugplan der Maschinen. Neben dedizierten Flugzeugen verfügt Deutsche Post DHL Group über weitere Lufttransportkapazitäten in Form von Teilladeräumen anderer Maschinen., bestehend aus 190 Frachtflugzeugen und diversen kleineren Zubringermaschinen, bedienen wir rund 500 Flughäfen weltweit, 19 Hauptdrehkreuze sowie unsere drei globalen Hubs in Leipzig, Cincinnati und Hongkong.

Im Berichtsjahr verzeichneten wir einen weiteren Anstieg der Transportvolumina, die wir trotz verbesserter Routen- und Netzwerkoptimierung im Kerosinverbrauch unserer eigenen Flotte nicht vollständig ausgleichen konnten. Der Verbrauch lag 2016 mit 1.333 Millionen Kilogramm leicht über dem des Vorjahres. Die Lufttransporte machten mit 4,23 Millionen Tonnen CO2e rund 70 Prozent unserer direkt verursachten Treibhausgasemissionen (GHG Protocol Scopes 1 und 2Das GHG Protokoll („A Corporate Accounting and Reporting Standard, aktualisierte Version“) kategorisiert Treibhausgasemissionen in drei Gruppen („Scopes“), basierend auf dem Ursprung der Emissionen.
• Scope 1: Direkte Emissionen aus den unternehmenseigenen Aktivitäten.
• Scope 2: Indirekte Emissionen, die aus der Produktion von Elektrizität, Fernwärme und Kühlung stammen.
• Scope 3: Andere indirekte Treibhausgasemissionen.
) aus. Bei den lokalen Luftschadstoffen trägt der Lufttransport insbesondere zum Ausstoß von Schwefeldioxid (SO2) bei.

Flugzeuge modernisieren

Den besonderen Herausforderungen des emissions- und treibstoffintensiven Lufttransports begegnen wir nach unserem Burn-Less Prinzip mit kontinuierlichen Investitionen in effizientere und leisere Flugzeuge.

Flugzeuge nach Emissionsklassen

Fugzeuge nach Emissionsklassen

Im Berichtsjahr haben wir unsere Flotte um weitere Flugzeuge vom Typ Boeing 757 ergänzt, von denen wir 2015 die erste Tranche in Betrieb genommen hatten. Sie verfügen über größere Ladekapazitäten sowie verbesserte Technik und sind deutlich effizienter als die Vorgängermodelle. Damit sind sie nicht nur umweltfreundlicher, sondern haben auch einen geringeren Reparaturbedarf und bieten zugleich bessere Arbeitsbedingungen für das Flugpersonal.

Außerdem haben wir im Berichtsjahr eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der vier Flugzeuge des Typs Airbus A330-300 von Passagier- zu Frachtmaschinen umgerüstet werden. Sie werden besonders den mittleren bis hohen Kapazitätsbedarf an Frachtraum bedienen, dadurch die Flexibilität erhöhen und zugleich die Kraftstoffeffizienz pro in Fluzgzeugen transportiertem Kilogramm Fracht verbessern.

Im Sinne des Burn-Clean-Prinzips unterstützen wir auch den Einsatz alternativer Kraftstoffe im Lufttransport. Für einen umfangreichen Einsatz fehlen jedoch zum heutigen Zeitpunkt detaillierte Kenntnisse über die verbundenen betrieblichen und umweltseitigen Auswirkungen im Flugbetrieb. Um die Einsatzreife solcher Kraftstoffe weiter voranzutreiben, engagieren wir uns daher gemeinsam mit anderen Unternehmen in der Initiative aireg e. V. Im Rahmen des Forschungsverbundprojekts airegEM haben wir hier im Berichtsjahr die Emissionsbelastung durch die Nutzung alternativer Kraftstoffe in Flugzeugtriebwerken am Boden gemessen und anschließend über repräsentative Flugprofile in unserer Flotte simuliert. Dadurch konnten wir weitere Erkenntnisse gewinnen, wie sich der Einsatz von Biokraftstoffen auf die Umweltbilanz unserer Luftflotte auswirkt.

Flugzeuge nach Lärmklassen

Flugzeuge nach Lärmklassen

Bei der Modernisierung unserer Flugzeugflotte achten wir auch auf das Thema Lärmbelastung. Schon heute entsprechen mehr als zwei Drittel unserer Flotte den höchsten Lärmstandards der International Civil Aviation Organization (ICAO)Richtlinien zur Begrenzung der Schallabstrahlung von Zivilflugzeugen. Anhand der Triebwerke werden die Flugzeuge entsprechenden Lärmgrenzwerten zugeordnet, die nach Kapiteln geordnet sind..

Darüber hinaus beteiligen wir uns in lokalen Initiativen zur Lärmreduktion wie dem Pilotversuch des Flughafens Leipzig/Halle für alternative Landeverfahren. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus dem Point-Merge-Verfahren und dem konstanten Sinkflug (Continuous Descent Approach, CDAEin alternatives Anflugverfahren, bei dem Flugzeuge den Anflug auf den Flughafen in einem konstanten Sinkflug absolvieren. Der CDA wird bereits in Reiseflughöhe eingeleitet. Durch den temporären Leerlauf der Triebwerke kann das CDA-Verfahren zur Treibstoffersparnis und zur Lärmreduzierung beitragen. Den Vorteilen steht ein erhöhter Sicherheitsaufwand an den Flughäfen gegenüber. CDA wird in Kombination mit dem Point-Merge-Verfahren unter anderem derzeit am Flughafen Leipzig/Halle getestet.). Durch diese Maßnahmen soll die Lärmbelastung vor Ort reduziert werden.