Landtransporte nachhaltiger gestalten

Für Landtransporte nutzen wir eine eigene Flotte von weltweit mehr als 92.000 Fahrzeugen für unterschiedlichste Einsatzgebiete: Von der Zustellung auf der Kurz- und Mittelstrecke über unsere Regionalverkehre bis hin zu Langstreckentransporten mit schweren Lkw. Für die unterschiedlichen Anforderungsprofile benötigen wir betrieblich geeignete Lösungen, um Landtransporte effizienter zu machen und die Auswirkung auf die Umwelt zu minimieren. Daher setzen wir je nach Fahrzeugtyp, Einsatzbereich und Strecke vielfältige Maßnahmen um, durch die wir die Potenziale für Effizienzverbesserungen optimal ausschöpfen.

Fahrzeugflotte Deutsche Post DHL Group 2016

Fahrzeugflotte Deutsche Post DHL Group 2016

Kraftstoffverbrauch für Landtransporte¹

PwC
Kraftstoffverbrauch für Landtransporte

Unsere Effizienzmaßnahmen trugen auch dazu bei, dass der Ausstoß von Treibhausgasemissionen unserer Fahrzeugflotten im Berichtsjahr mit 1,15 Millionen Tonnen auf dem Vorjahresniveau lag, obwohl die Transportmengen erneut gestiegen sind. Der Verbrauch flüssiger Kraftstoffe lag mit 449,8 Millionen Liter auf dem Vorjahresniveau, der Verbrauch gasförmiger Kraftstoffe betrug 1,9 Millionen Kilogramm.

Moderne Straßenflotte trägt zur besseren Luftqualität bei

Der Transport auf der Straße setzt neben Treibhausgasen auch lokale Luftschadstoffe frei, darunter vor allem Stickoxide (NOx), Schwefeldioxid (SO2) und Feinstaub (PM10). Die Verringerung dieser lokalen Luftschadstoffe gewinnt immer größere Bedeutung – auch wegen der Umweltzonen in Innenstädten, die nur mit schadstoffarmen Fahrzeugen befahren werden dürfen.

Darum erneuern wir unsere Fahrzeuge kontinuierlich auf Basis der jeweils neuesten Emissionsstandards. Bereits heute entsprechen mehr als 48.000 unserer Fahrzeuge in Europa den Euro-Norm-Klassen 5 oder 6. Außerdem beeinflussen der Einsatz von Elektromobilität oder Gasantrieben sowie die Verbesserung der Kraftstoffeffizienz auch den Ausstoß lokaler Luftschadstoffe positiv.

Gesetzliche Grenzwerte für Luftschadstoffe

Gesetzliche Grenzwerte für Luftschadstoffe

Fahrzeuge nach Schadstoffklassen 2016

Fahrzeuge nach Schadstoffklassen

Wir haben uns das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 unsere eigene Zustellung (einschließlich der Abholung) zu 70 Prozent mit sauberen und emissionsfreien Zustell- und Abholkonzepten durchzuführen, um einen positiven Beitrag zur lokalen Luftqualität zu leisten. Darunter fallen alle Lösungen, mit denen der Service vollständig oder zu signifkanten Anteilen emissionsfrei durchgeführt werden kann.  

Hierzu zählen die Fuß- und Fahrradzustellung sowie voll- oder teilelektrische Antriebe – vom reinen Elektrofahrzeug auf der Kurzstrecke bis hin zu Plug-in-Hybriden und Brennstoffzellen auf längeren Reichweiten. Damit leisten wir zugleich einen Beitrag zur Reduzierung der Lärmbelastung in den Städten.

Effizienzmaßnahmen in der Fahrzeugflotte

Zur Verbesserung der CO2-EffizienzVerhältniskennzahl, nach der Deutsche Post DHL Group den CO2-Ausstoß in der Geschäftstätigkeit steuert. Damit werden die entstehenden CO2-Emissionen aus Kraftstoffverbrauch und Strombedarf ins Verhältnis zum Umfang der erbrachten Serviceleistung (zum Beispiel Menge der Briefe, Pakete, Paletten oder Container) gesetzt. in unserer Flotte setzen wir auf eine Vielzahl von Maßnahmen, mit denen wir auch den Kraftstoffverbrauch senken. Dabei kommen vor allem Lösungen aus den Bereichen Aerodynamik, Öko-Chip-Tuning und Leichtbau zum Tragen, aber auch Reifen mit hoher Kraftstoffeffizienz und Telematik. Alle Maßnahmen testen wir zunächst auf ihre Wirksamkeit, bevor sie in größerem Umfang zum Einsatz kommen.

Effizienzmaßnahmen Fahrzeugflotte¹

Effizienzmaßnahmen Fahrzeugflotte

Neben technischen Modifikationen bei konventionell betriebenen Fahrzeugen setzen wir zunehmend auf den Einsatz von alternativen Antrieben und Kraftstoffen, um unsere Treibhausgasemissionen weiter zu senken. Dies umfasst insbesondere Elektromobilität und Gasantriebe für den Kurzstreckenbereich sowie nachhaltig hergestellte Biokraftstoffe höherer Generationen für unsere Langstreckentransporte. Insgesamt wurden auf diese Weise von unseren rund 92.000 eigenen Fahrzeugen weltweit bereits 20.500 Fahrzeuge mit über 25.600 technischen Modifikationen verbessert, wobei an einem einzelnen Fahrzeug oftmals mehrere Maßnahmen vorgenommen werden.

Eine detaillierte Aufstellung der Einzelmaßnahmen und die Mehrjahresübersicht der Daten stellen wir im Anhang dar.  

Im Berichtsjahr haben wir auch neue Technologien für den zukünftigen Einsatz erprobt und bewertet. Der Schwerpunkt lag dabei wie im Vorjahr auf emissionsarmen Antrieben (Burn Clean) für die innerstädtische Brief- und Paketzustellung. Mit unserem selbst entwickelten Elektrofahrzeug StreetScooter haben wir einige Meilensteine erreicht:

  • Unsere Tochtergesellschaft StreetScooter GmbH hat die Kleinserienproduktion des StreetScooter ausgeweitet und im August 2016 den 1.000sten StreetScooter produziert. Insgesamt sind nun bereits über 2.000 StreetScooter in unserer Brief- und Paketzustellung in Deutschland im Einsatz, ab 2017 beträgt die jährliche Produktionskapazität bis zu 10.000 Fahrzeuge.
  • Außerdem fiel 2016 der Startschuss für die Produktion der Langversion unseres bewährten Elektrofahrzeugs, dem StreetScooter „Work L“. Dieses Modell verfügt über ein deutlich höheres Ladevolumen von acht Kubikmetern (Standardmodell: 4,3 Kubikmeter) sowie eine Gesamtzuladung von 1.000 Kilogramm (Standardmodell: 710 Kilogramm).
  • Auch in anderen europäischen Ländern setzen wir auf das Erfolgsmodell: In den Niederlanden wurden weitere StreetScooter in Betrieb genommen.

Auch im Sinne des Burn-Less-Prinzips haben wir im Berichtsjahr eine Reihe innovativer Maßnahmen durchgeführt:

  • In der Region Europa wurden technische Mindeststandards für neu beschaffte Lkw gesetzt: Dazu zählen die Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit, die Motorabschaltung im Leerlauf, Reifen mit niedrigem Rollwiderstand sowie aerodynamisch geformte Wechselbrücken.
  • Im Unternehmensbereich Express haben wir eine Verpflichtung für den Einsatz von Elektrofahrzeugen auf der Kurzstrecke (bis 100 Kilometer) und von Fahrzeugen mit Erdgasantrieb auf der Langstrecke in Europa eingeführt, wann immer dies aus wirtschaftlicher und betrieblicher Sicht möglich ist. Zusätzlich wurden für alle Neuanschaffungen als Standardausstattung Geschwindigkeitsbegrenzer, Motorabschaltung, Reifen mit hoher Kraftstoffeffizienz und Telematik festgelegt.
  • In der Region Asien-Pazifik wurden im Unternehmensbereich Supply Chain Fahrzeuge mit Telematik ausgerüstet, darunter 400 Fahrzeuge in Thailand, 75 in Japan, 40 in Neuseeland und zehn in China. Die Pilotphase wurde in Australien (130 Fahrzeuge) und Indien (15 Fahrzeuge) erfolgreich absolviert, der Regelbetrieb ist für 2017 geplant.