Ein gesundheitsförderliches Arbeitsumfeld schaffen

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„Wir verstehen Gesundheit als einen Zustand umfassenden körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur als Abwesenheit von Krankheit. Gesundheit beinhaltet die Fähigkeit, ein wirtschaftlich und sozial aktives Leben zu führen. Arbeit kann in diesem Sinne eine wesentliche Quelle für Zufriedenheit und damit auch für Gesundheit sein“

 
Auszug aus der Konzerngesundheitsrichtlinie von Deutsche Post DHL Group

Unser Gesundheitsmanagement verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Das heißt, wir sorgen für ein gesundheitsförderliches Arbeitsumfeld und ermutigen unsere Mitarbeiter und ihre Familien darüber hinaus, einen gesunden Lebensstil zu pflegen, Risikofaktoren zu vermeiden sowie chronischen Erkrankungen vorzubeugen. Als weltweit agierendem Unternehmen ist uns bewusst, dass jeder unserer Mitarbeiter ein entscheidendes Glied unserer Logistikkette darstellt und so in besonderer Weise vor Gesundheitsrisiken, wie zum Beispiel Krankheitsepidemien, geschützt werden muss. Systematisch identifizieren und beobachten wir globale Gesundheitsrisiken im Hinblick auf ihre Relevanz für die Gesundheit unserer Mitarbeiter und unser Geschäft.

Entwicklung des Krankenstands im Konzern¹

PwC

Entwicklung des Krankenstands im Konzern

Der ganzheitliche Ansatz spiegelt sich auch in unserem Vier-Säulen-Modell, das unterschiedliche Phasen der Gesundheitsförderung beschreibt: Aufklärung & Bewusstsein, Prävention & Diagnostik, Programme für chronisch Kranke (DMP) & Krankheitsmanagement sowie Verhaltensänderung. Mithilfe dieses Modells und der systematischen Identifizierung von Risiken und Trends können wir unsere Maßnahmen im Rahmen des konzernweiten Gesundheits- & Wellbeing-Programms gezielt auf die Situation und den tatsächlichen Bedarf unserer Mitarbeiter in jedem Land ausrichten. Mit all diesen Maßnahmen wollen wir Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Erkrankungen innerhalb des Konzerns verringern. Der Krankenstand im Konzern wird im Wesentlichen von dem zunehmenden Alter unserer Beschäftigten und, damit einhergehend, dem Anstieg chronischer Erkrankungen beeinflusst. Im Berichtsjahr lag der Krankenstand unverändert bei 5,1 Prozent. Arbeitsunfälle trugen mit 0,3 Prozentpunkten zu diesem Ergebnis bei.

Steuern der Aktivitäten im Gesundheitsmanagement

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Während die Unternehmensbereiche für die Steuerung des Gesundheitsmanagements vor Ort verantwortlich sind, werden konzernübergreifende Themen zur Gesundheit am Arbeitsplatz zentral im Vorstand diskutiert und entschieden. Informiert und beraten wird der Vorstand darin durch den Chief Medical Officer (CMO). Er steht weltweit im direkten Austausch mit wichtigen externen Institutionen und Einrichtungen und leitet Handlungsempfehlungen für mögliche Krisenszenarien wie Seuchen oder Pandemien ab. Auf operativer Ebene berät der CMO das lokale Management zu neuen Entwicklungen am Arbeitsplatz, wie etwa die Einführung innovativer Technologien, um berufs- und arbeitsbedingten Erkrankungen vorzubeugen oder die Tätigkeiten zu erleichtern.

Darüber hinaus leitet der CMO in Deutschland den nach dem internationalen Qualitätsstandard ISO 9001 zertifizierten betriebsärztlichen Dienst, der mit 90 Betriebsärzten bundesweit aktiv ist. Unser Managementsystem zur Gesundheitsförderung in Deutschland wird vom Zentralen Arbeitskreis Gesundheit unter Vorsitz des Vorstands Personal gesteuert.

Gesundheit als Verantwortung der Führungskräfte

Eine wichtige Rolle bei der Etablierung einer Gesundheitskultur im Konzern spielen unsere Führungskräfte. Mit Schulungen und gezielten Maßnahmen wollen wir sie für das Thema sensibilisieren und ihr Engagement für das Gesundheitsmanagement stärken. Aus dem Bewusstsein heraus, dass wir für die körperliche wie seelische Gesundheit der Mitarbeiter verantwortlich sind, ist das webbasierte Trainingsmodul „Führung und mentale Gesundheit“ Teil unseres Schulungsprogramms für Führungskräfte. Es vermittelt Basiswissen über mentale Gesundheit und Stress, erklärt den Zusammenhang zwischen guter Führung und Gesundheit und zeigt auf, wie die Führungskräfte ihre eigenen persönlichen Ressourcen stärken und ihre Mitarbeiter vor schädlichem Stress schützen können. Das Trainingsprogramm wurde bereits als beispielhaft für das Management von Gesundheitsrisiken ausgezeichnet.

Krankenversicherung als Zusatzleistung für Mitarbeiter

Rund 300.000 Mitarbeiter, und damit mehr als die Hälfte unserer Beschäftigten, arbeiten außerhalb Deutschlands. Viele von ihnen leben und arbeiten in Ländern, in denen es keinen oder keinen ausreichenden gesetzlichen Krankenversicherungsschutz gibt. Aus diesem Grund haben wir ein konzernweites Employee-Benefits-Programm etabliert, das vielen Mitarbeitern und ihren Angehörigen ergänzende Leistungen zur bestehenden gesetzlichen Krankenversicherung bietet oder den Zugang zu einem bezahlbaren Gesundheitssystem überhaupt erst ermöglicht. Dabei investieren wir Einsparungen aus den Provisionen unseres Versicherungsprogramms in gesundheitsfördernde Maßnahmen zum Nutzen unserer Mitarbeiter und ihrer Familien.

Globales Programm, lokale Lösungen

Grundlage unseres Gesundheits- & Wellbeing-Programms ist eine globale Strategie mit maßgeschneiderten lokalen Lösungen. Länderspezifische Bedürfnisse identifizieren wir, indem wir Risikoindikatoren rund um die Welt systematisch überwachen und auswerten. Auf Basis der Ergebnisse entwickeln wir gezielte Maßnahmen gegen bestimmte Krankheitsbilder. Zum Beispiel liegt der Fokus unserer Initiativen in Mexiko auf der Bekämpfung von Bluthochdruck, der dort weit verbreitet ist. Dagegen richten wir unser Augenmerk in China auf Atemwegserkrankungen.

Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt der Prävention chronischer Erkrankungen, die nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Ursache für 60 bis 80 Prozent aller Todesfälle weltweit sind. Darüber hinaus hat die WHO depressive Störungen als eine der häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere meist unterschätzten Krankheiten identifiziert. Als Antwort darauf haben wir unsere Anstrengungen im Umgang mit psychischen Erkrankungen und Depression verstärkt. Zum Beispiel bieten wir betroffenen Mitarbeitern in Deutschland, China und den USA Unterstützung durch Spezialisten und Beratungsstellen.

Globale IT-Plattform eingeführt

Im Mittelpunkt unseres Gesundheits- & Wellbeing-Programms steht der konzernweite Erfahrungsaustausch über eine im Berichtsjahr eingeführte globale IT-Plattform. Mithilfe des Systems lassen sich Gesundheits- und Wellbeing-Initiativen konzernweit nach einem standardisierten Verfahren kontinuierlich erfassen, bewerten und miteinander in ihrer Wirkung vergleichen. Das System wird auch dazu genutzt, ein Ranking der Maßnahmen zu erstellen. Auf Basis des Vier-Säulen-Modells werden die Maßnahmen kategorisiert und bewertet. Die lokalen Manager können danach Prämienrabatte auf die vom Konzern geförderte Krankenversicherung erhalten. Damit stellen wir sicher, dass diese zusätzlichen Ressourcen zum Wohl der Mitarbeiter und ihrer Familien eingesetzt werden.

Außerdem sind auf der Plattform Artikel und Studien mit relevanten Informationen über aktuelle Gesundheitsthemen und Trends abrufbar. Das System ermöglicht Personal-Managern, nicht nur den Fortschritt „ihrer“ Initiative jederzeit zu verfolgen, sondern auch den Vergleich mit anderen Geschäftseinheiten.