Hohe Standards im Arbeitsschutz

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Die Sicherheit unserer Mitarbeiter am Arbeitsplatz hat oberste Priorität. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf der Prävention: Arbeitsplätze werden nach Gefährdungsgraden untersucht und eingestuft sowie geeignete Arbeitsmittel bereitgestellt, die es den Mitarbeitern ermöglichen, sich arbeitsschutzgerecht zu verhalten. Außerdem bieten wir Schulungen in Präsenz- und Onlineseminaren an, damit Mitarbeiter und Führungskräfte mögliches Gefahrenpotenzial erkennen können. Zusätzliche Informationen in Form von Aushängen oder anderen Formaten der internen Kommunikation nutzen wir, um ein gemeinsames Sicherheitsbewusstsein – „Safety First“ – bei Deutsche Post DHL Group zu schaffen.

Mit unserem Verhaltenskodex für Lieferanten verpflichten wir die Transportpartner in den Konzernverträgen zur Einhaltung von hohen Standards in der Arbeitssicherheit. Hierzu gehört, Risikoanalysen und Gefährdungsbeurteilungen am Arbeitsplatz durchzuführen, Mitarbeiter über die relevanten Risiken und Gefährdungen zu unterweisen, Vorsorgemaßnahmen zu implementieren, um Schäden an Mitarbeitern und an Außenstehenden zu vermeiden sowie regelmäßige Schulungen durchzuführen.

Unfallrate stabil auf Vorjahresniveau

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Konzern: Unfallquote (LTIFR)¹

Konzern: Unfallquote (LTIFR)

Seit dem Jahr 2015 veröffentlichen wir eine umfassende Arbeitsunfallstatistik, in der wir auch das weisungsgebundene Personal erfassen, Transportpartner dagegen nicht. Die Daten werden seitdem einheitlich erhoben und zentral ausgewertet, regelmäßig im Operations Board vorgestellt und die Entwicklung diskutiert. Ein wesentliches Ergebnis dieser Diskussion im Berichtsjahr ist die Vereinbarung eines gemeinsamen Ziels: Im Arbeitsschutz wollen wir mit unserer Performanz über dem Durchschnitt der Branche liegen. Für das Jahr 2017 streben wir eine Verbesserung der Unfallrate im Konzern (LTIFR) auf 3,8 an.

Unsere ergriffenen Maßnahmen im Arbeitsschutz zeigen erste Erfolge: Im Berichtsjahr blieb die Unfallrate mit 4,0 Unfällen pro 200.000 Arbeitsstunden im Konzern stabil auf dem Vorjahresniveau. Die Ausfalltage gingen um 0,8 auf 14,8 zurück. Die unterschiedlichen Tätigkeiten der Mitarbeiter in den Unternehmensbereichen spiegeln sich auch in der Arbeitsunfallstatistik wider. Dabei unterliegen vor allem Mitarbeiter im Unternehmensbereich Post - eCommerce - Parcel einem höheren Unfallrisiko auf den Verkehrswegen – etwa durch Stolpern, Umknicken, Rutschen oder Stürzen – als Mitarbeiter in den Logistikbereichen, die nicht in der Zustellung arbeiten.

Ein weiterer Beweis der Wirksamkeit unserer Präventionsmaßnahmen zeigt sich in der Zahl der Arbeitsunfälle mit Todesfolge, die im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt den Angehörigen der vier Mitarbeiter, die trotz aller Bemühungen um mehr Sicherheit im Berichtsjahr bei einem Arbeitsunfall oder an den Folgen ihrer dabei erlittenen Verletzungen verstorben sind, zwei davon in Folge von Verkehrsunfällen. Die vollständige Unfallstatistik bilden wir im Anhang dieses Berichts ab.

Steuern der Arbeitsschutzmaßnahmen

Die operative Steuerung des Arbeitsschutzes liegt in der Zuständigkeit der Unternehmensbereiche, die über eigene Arbeitsschutzorganisationen verfügen und entsprechende Verantwortlichkeiten wahrnehmen. Übergreifende Themen werden im Operations Board diskutiert. Dabei handelt es sich um ein Führungsgremium der Unternehmensbereiche unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden, das unter anderem auch für die Steuerung und Entwicklung der Arbeitsschutzkennzahlen verantwortlich ist. Im Berichtsjahr hat das Gremium fünfmal getagt und folgende Maßnahmen im Bereich des Arbeitsschutzes diskutiert und beschlossen:

  • Strategische Bewertung konzernweiter Maßnahmen
  • Bestandsaufnahme der Umsetzung von OHSAS 18001
  • Verbesserung der Abdeckungsquoten für die Kennzahlenerfassung und Ableitung von geeigneten Zielen
  • Analysen und Benchmark-Vergleiche
  • Auswahl der Gewinner der Deutsche Post DHL Group Health & Safety Awards
arbeitsschutz

Zu Beginn des Berichtsjahres fand ein strategischer Workshop statt, um die größten Herausforderungen und Projekte in diesem Bereich für die kommenden Jahre zu identifizieren. Zu den Hauptthemen gehörten die Transparenz und Verlässlichkeit der erhobenen Daten, die Entwicklung und der Vergleich bereichsübergreifender Definitionen sowie der Entwurf eines konzernweiten Mission Statements zum Arbeitsschutz.


Außerdem haben wir damit fortgefahren, das Arbeitsschutzmanagementsystem OHSAS 18001 konzernweit anzuwenden. Als weltweit anerkannter Standard bietet uns OHSAS 18001 den erforderlichen Rahmen zur Umsetzung optimaler Arbeits- und Gesundheitsschutzbedingungen am Arbeitsplatz. Im Berichtsjahr haben wir den Standard weiter ausgerollt und dies entweder durch externe oder interne Zertifizierung bestätigen lassen. Die Implementierungsrate hängt zum großen Teil von spezifischen Anforderungen und Geschäftsmodellen in den Unternehmensbereichen ab. 2016 haben wir damit begonnen, Mitarbeiter in Deutschland als Multiplikatoren für die Verbreitung der OHSAS-18001-Methodik an den Standorten zu schulen.

Die Zusammenarbeit und der Informationsaustausch zwischen den Arbeitsschutzexperten in den Unternehmensbereichen werden durch das konzernweite Occupational Health & Safety Committee sichergestellt. Es definiert bereichsübergreifend Standards und Regelungen, untersucht Unfallschwerpunkte, entwickelt Präventionsmaßnahmen und bereitet Entscheidungen für das Operations Board vor.

Systematische Prävention ist wesentlich

Wenn es darum geht, eine sichere und unfallfreie Arbeitsumgebung zu schaffen, ist die systematische Prävention wesentlich. Folgende Maßnahmen führen wir regelmäßig durch:

  • Führungskräfte schulen
    Unsere Führungskräfte tragen große Verantwortung für das Wohlergehen unserer Mitarbeiter. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehört es, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter zu prüfen, das Gefährdungspotenzial richtig einzuschätzen und durch geeignete Maßnahmen zu minimieren. Dabei werden sie durch Richtlinien, Empfehlungen und Beratungsangebote unserer Arbeitsschutzexperten unterstützt. Außerdem verbessern wir kontinuierlich das Schulungsangebot, um sie für die Wahrnehmung ihrer Arbeitsschutzpflichten zu sensibilisieren und vorzubereiten.
  • Gefahrenquellen im Blick halten
    Sämtliche Maßnahmen im Bereich Arbeitsschutz zielen darauf ab, das Bewusstsein unserer Mitarbeiter für mögliche Gefahren zu schärfen – nicht nur zu ihrem eigenen Schutz, sondern ebenso zum Schutz anderer. Dabei haben wir auch Gefahrenquellen im Blick, die außerhalb unseres Verantwortungsbereichs liegen. Technische Anlagen und Kraftfahrzeuge werden bereits im Vorfeld der Beschaffung einer arbeitssicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Prüfung unterzogen. So tragen wir dafür Sorge, dass Beschäftigte die bereitgestellten Arbeitsmittel sicher verwenden können und der Schutz der Gesundheit gewährleistet ist.
  • Gefährdungspotenziale einschätzen und Mitarbeiter unterweisen
    Systematisch unterziehen wir die Arbeitsbedingungen unserer Beschäftigten einer Gefährdungsbeurteilung. Als potenziell gefährlich wird demnach das Arbeitsumfeld von Zustellern, Fahrern, Maschinenführern und Lageristen eingestuft. Zusätzlich führen wir regelmäßige Arbeitsstättenbegehungen und -prüfungen durch und tragen durch regelmäßige Unterweisungen und Trainingsmaßnahmen dazu bei, die Mitarbeiter für die Arbeitssicherheit zu sensibilisieren. Die Beachtung gesetzlicher und betrieblicher Vorschriften wird durch Managementsysteme überwacht.

Internationale Woche zur Arbeitssicherheit

Rund um den von der International Labour Organization veranstalteten „World Day for Safety and Health at Work“ vom 27. bis 30. April 2016 haben wir eine einwöchige Aufklärungskampagne durchgeführt. In den vielfältigen Aktivitäten der Unternehmensbereiche wurden mögliche Gefahren am Arbeitsplatz thematisiert und Wege zur Vermeidung der Risiken aufgezeigt.

Im Unternehmensbereich Post - eCommerce - Parcel, zum Beispiel, lag der Schwerpunkt auf den besonders für Zusteller relevanten Themen Anschnallpflicht und sicherer Umgang mit Hunden. Unter anderem wurden die Mitarbeiter über die gesetzlichen Bestimmungen zum Anlegen des Sicherheitsgurts informiert und konnten in einem Simulator ausprobieren, welche Folgen ein Unfall selbst bei geringen Geschwindigkeiten haben kann. Andere Mitarbeiter nahmen an einem Training teil, um den deeskalierenden Umgang mit aggressiven Hunden zu üben.

Mit dem Ziel, die Unfallrate auf null zu senken, führte der Unternehmensbereich Express für seine Kuriere in den USA ein Fahrsicherheits-Rodeo durch. In praktischen und theoretischen Tests konnten die Kurierfahrer defensives Fahrkönnen und Kenntnisse der Sicherheitsregeln unter Beweis stellen. Dabei nutzen wir ein anerkanntes System mit fünf Prinzipien, das sich zur Reduzierung von Unfällen auf Autobahnen und Straßen bewährt hat.

In Spanien hat der Unternehmensbereich Supply Chain die Sicherheit von Lagerhallen dadurch erhöht, dass übergroße Ballons dort aufgehängt wurden, wo es zu Unfällen gekommen war oder sich Mitarbeiter verletzt hatten. Zusätzlich wurden die Ballons mit deutlichen Hinweisen auf die Art des Ereignisses versehen, zum Beispiel: „Über Paletten stolpern“. Seit dem Start der sogenannten SLAM (Stop, Look, Assess, Manage) -Initiative konnte die Anzahl der Unfälle von sechs auf null reduziert werden.

Ausschließlich Höchststandards für Gefahrguttransporte

Als führendes Logistikunternehmen sind wir auch darauf spezialisiert, gefährliche Güter und Stoffe vorschriftsmäßig, fachgerecht und sicher zu transportieren und zu lagern. Auch wenn die Anforderungen in den vier Unternehmensbereichen je nach Geschäftsmodell und allgemeinen Geschäftsbedingungen variieren, stehen die Sicherheit unserer Mitarbeiter und die Risikominderung stets an oberster Stelle. Nur speziell ausgebildete Mitarbeiter dürfen mit Gefahrgut umgehen.

  • Post - eCommerce - Parcel 
    Die an der Beförderung von Gefahrgut beteiligten Mitarbeiter werden regelmäßig entsprechend den international und national geltenden Gefahrgutvorschriften geschult, darunter das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (European Agreement Concerning the International Carriage of Dangerous Goods by Road, ADR) und das Sicherheits- und Qualitäts-Bewertungssystem (Safety & Quality Assessment System, SQAS). Darüber hinaus bieten wir unseren Fahrern spezielle Fahrertrainings, zum Beispiel zum sicheren Rangieren oder zur Ladungssicherung an, die unter anderem auch von internen Trainern durchgeführt werden. Mittels externer und interner Sicherheits- und Qualitätsbewertungen ist eine sichere und vorschriftsmäßige Beförderung gewährleistet.
  • Express
    Richtlinien, Prozesse und Arbeitsanweisungen im Umgang mit Gefahrgutsendungen werden von der Restricted Commodities Group vorbereitet und umgesetzt. Diese Arbeitsgruppe ist auch für das Training aller Mitarbeiter verantwortlich, die mit der Beförderung gefährlicher Güter zu tun haben, das heißt, nicht nur Packer und Kuriere, sondern auch Flugzeugpersonal und die für die Beladung der Frachtflugzeuge zuständigen Ingenieure. Strikte Vorschriften gelten für das Verstauen von Gefahrgut im Frachtraum. So sind je nach Klassifizierung bestimmte Abstände zu anderem Gefahrgut, zur Crew oder zu mitreisenden Tieren einzuhalten. Alle Vorschriften orientieren sich an den Richtlinien zur Beförderung von Gefahrgut der Air Transport Association (IATA), die an allen Standorten und Einrichtungen bereitgestellt werden.
  • Global Forwarding, Freight 
    In diesem Unternehmensbereich werden die Standards und Richtlinien für Luftfracht (IATA), Seefracht (International Maritime Dangerous Goods Code, IMDG-Code) und Landtransport (ADR) beachtet. Alle drei Richtlinien erfordern eine besondere Schulung der Mitarbeiter, die das Gefahrgut befördern, in manchen Fällen auch der Sachbearbeiter. Sicherheitsberater für Gefahrguttransporte sorgen an unseren Standorten dafür, dass die Richtlinien eingehalten werden. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz bietet dieser Division zusätzlich Unterstützung für den vorschriftsmäßigen Umgang mit Gefahrgut in unseren Global-Forwarding-Lagerhäusern. Die Abläufe erfolgen in Übereinstimmung mit dem OHSAS 18001 Standard. Gefahrgutrichtlinien werden in der jeweiligen Landessprache zur Verfügung gestellt und ihre Einhaltung durch örtliche Behörden überprüft.
  • Supply Chain 
    Das Gefahrgutmanagement wird in diesem Unternehmensbereich von einer großen Anzahl zertifizierter Gefahrgut-Sicherheitsberater überwacht, die ihrerseits regelmäßig von der Scottish Qualification Authority (SQA) überprüft werden. Außerdem bieten die Sicherheitsberater Vor-Ort-Schulungen zur Sensibilisierung von nicht speziell für den Gefahrguttransport ausgebildete Mitarbeiter an.

Trotz der hohen Standards und weitreichenden Erfahrungen im Transport, Umgang und Lagern von Gefahrgut sind wir darauf angewiesen, dass unsere Kunden ihr Gefahrgut gemäß unseren allgemeinen Geschäftsbedingungen stets vollständig und korrekt deklarieren.

Richtlinien

In der Konzerngesundheitsrichtlinie haben wir die Ziele und Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz festgeschrieben. Die Anforderungen im Bereich des Arbeitsschutzes konkretisieren wir mit der Konzernrichtlinie zu Arbeits- und Gesundheitsschutz. Das für ein Transport- und Logistikunternehmen besonders bedeutsame Thema der Verkehrssicherheit ist in den „Sieben Regeln für mehr Sicherheit im Straßenverkehr“ abgebildet.

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz ist Teil des Qualitätsmanagementsystems. Konzernweit orientieren wir uns an dem weltweit anerkannten Arbeitsschutzstandard OHSAS 18001.